Modul02

Belastungsempfinden

Passt das Gefühl zum Puls?

Kann man die Belastung nach Gefühl steuern — so wie nach Puls? Wir prüfen es: drei Läufe, drei Stufen, ein Vergleich.

Sieben Schritte, unterbrechbar. Was du misst, bleibt auf diesem Gerät und ist beim Schließen der Seite weg.

Am Monitor · Lehrkraft

Optional: Visualisieren

Die Lehrkraft zeigt den Ablauf und eine Beispielklasse am Monitor, bevor die Klasse selbst loslegt. Mit „Schritte" oben im Kopf springst du direkt zu jedem Schritt.

Schritte
7
Dauer
50–75 min
Ort
Halle / Platz
Material
Uhr, Gerät

Allein der Ablauf der Läufe dauert 19 Minuten — dreimal 3 Minuten Laufen und zweimal 5 Minuten Pause. Dazu kommen Wiederholung, Skala, Tabelle und Fazit. Mit einer ganzen Klasse ist das eine Doppelstunde. Das Einsammeln mit dem Lehrertool braucht nur wenige Minuten.

Die Frage

worum es geht

Führt das eigene Belastungsempfinden zu den richtigen Pulsbereichen?

Wenn mehrere Personen in derselben selbst eingeschätzten Stufe laufen — liegen ihre Pulswerte dann in einem gemeinsamen Bereich? Und heben sich die drei Stufen voneinander ab? Interessant ist nicht, ob alle denselben Puls haben, sondern ob die Stufen als Bereiche erkennbar werden.

Die Wege zu den Werten

2 Wege · danach einsammeln
Weg 1 · am Monitor Alle zusammen Die Klasse läuft gemeinsam, die Lehrkraft trägt die Werte in eine Tabelle ein. → direkt zur Auswertung der Klasse
Weg 2 · am eigenen Gerät Einzeln Jede Person läuft, misst und sieht die eigene Kurve. Am Ende zeigt sie einen QR-Code.
Danach · Lehrertool Einsammeln Die Lehrkraft scannt die QR-Codes aus Weg 2 oder trägt zugerufene Werte ein.
Ergebnis Auswertung der Klasse Punktwolke, Mittelwerte, Abstände zwischen den Stufen — dann das Fazit.

Der Ablauf

7 Schritte
  1. 1

    Wiederholung

    Warum schlägt das Herz schneller? Erst aus dem Kopf, dann aufdecken

    Wiederholen
  2. 2

    Die Skala und die drei Stufen

    Gemeinsam an der Tafel: D&D-Skala, dann leicht · mittel · schwer — so wird gelaufen

    Gemeinsam
  3. 3

    Die Frage und der Weg

    Alle zusammen oder einzeln — einzeln fragt die App: Schülerin, Schüler oder Lehrkraft?

    Entscheiden
  4. 4

    Vorbelastungspuls

    Im Stehen nach leichter Bewegung — nicht der Ruhepuls. Lehrkraft beim Einzelweg: QR-Code und Gesamtuhr

    Messen
  5. 5

    Drei Läufe

    Leicht, mittel, schwer — dazwischen je fünf Minuten Pause. Lehrkraft beim Einzelweg: danach Werte einsammeln

    Laufen
  6. 6

    Auswertung

    Punktwolke, Mittelwerte, Abstände zwischen den Stufen — auch als Großansicht

    Auswerten
  7. 7

    Fazit

    Auswertungsfragen an der Grafik der Klasse: Taugt das Gefühl zur Steuerung?

    Sichern

Die Skala

Grundlage der Einschätzung
Die sechs Stufen der D&D-Skala mit den Merkmalen Atmung und Sprechen, Schwitzen, Puls und Befinden
Die sechs Stufen. Für das Experiment werden sie zu drei Läufen zusammengefasst: leicht (1–2), mittel (3–4), schwer (5–6). Vollansicht öffnen
Zum dritten Lauf: wie schwer ist schwer?

Der dritte Lauf ist bewusst hart. Gelaufen wird auf Stufe 5 — „es war zu anstrengend", das Tempo lässt sich eine Zeitlang halten, aber nicht mühelos bis zum Schluss. Genau diese Erfahrung soll der Lauf machen lassen: Ohne eine deutlich harte Belastung liegen die drei Pulswolken zu dicht beieinander, und das Experiment zeigt nichts.

Stufe 6 steht der Vollständigkeit halber daneben — sie beschreibt, was oberhalb liegt: ein Tempo, das gar nicht erst zu erreichen wäre. Als Aufgabe ist sie nicht gemeint.

Wer den Lauf nicht zu Ende bringt, hat kein schlechtes Ergebnis, sondern einen Messwert: Diese Stufe war für heute zu hoch. Der Wert bis zum Abbruch zählt genauso.

Für die Halle: Uhren am Monitor

Jede Uhr läuft im Vollbild, mit Signalton und Restbalken. Escape beendet.

1

Schritt 1 von 7 · Wiederholen

Warum schlägt das Herz schneller?

Bevor wir prüfen, ob das Gefühl zum Puls passt: Was wisst ihr schon über den Puls? Zwei Fragen aus Modul 1 — erst aus dem Kopf beantworten, dann aufdecken.

2

Schritt 2 von 7 · Gemeinsam an der Tafel

Die Skala — und eure drei Stufen

Gleich lauft ihr nach Gefühl, nicht nach der Uhr am Handgelenk. Damit alle dasselbe meinen, schauen wir uns die D&D-Skala noch einmal an: sechs Stufen, beschrieben über Atmung, Sprechen und Tempo.

Die sechs Stufen der D&D-Skala mit den Merkmalen Atmung und Sprechen, Schwitzen, Puls und Befinden
Die sechs Stufen der D&D-Skala. Vollansicht öffnen

Ihr lauft in drei Stufen

Für das Experiment werden je zwei Stufen der Skala zu einem Lauf zusammengefasst. Jeder Lauf dauert drei Minuten, dazwischen sind fünf Minuten Pause.

Leicht · Stufe 1–2

Lauf 1 · 3 Minuten

„Anstrengung war kaum vorhanden" bzw. „Anstrengung war vorhanden"

  • Atmung: locker, Unterhaltung kein Problem
  • Tempo: sehr langsam, leicht zu halten
Mittel · Stufe 3–4

Lauf 2 · 3 Minuten

„Es war anstrengend" bzw. „Es war sehr anstrengend"

  • Atmung: schneller und tiefer, Unterhaltung möglich, fällt aber schwerer
  • Tempo: ganz gut zu halten bis gerade noch durchzuhalten
Schwer · Stufe 5–6

Lauf 3 · 3 Minuten

„Es war zu anstrengend" — gelaufen wird auf Stufe 5

  • Atmung: sehr tief und schnell, Sprechen nur noch abgehackt
  • Tempo: nur eine Zeitlang zu halten, nicht mühelos bis zum Schluss

Direkt nach jedem Lauf: 15 Sekunden lang den Puls zählen. Wer am eigenen Gerät läuft, trägt die gezählte Zahl ein — die App rechnet mal 4, wie in Modul 1.

Zum dritten Lauf: wie schwer ist schwer?

Der dritte Lauf ist bewusst hart. Gelaufen wird auf Stufe 5 — „es war zu anstrengend", das Tempo lässt sich eine Zeitlang halten, aber nicht mühelos bis zum Schluss. Ohne eine deutlich harte Belastung liegen die drei Pulswolken zu dicht beieinander, und das Experiment zeigt nichts.

Stufe 6 steht der Vollständigkeit halber daneben — sie beschreibt, was oberhalb liegt: ein Tempo, das gar nicht erst zu erreichen wäre. Als Aufgabe ist sie nicht gemeint.

Wer den Lauf nicht zu Ende bringt, hat kein schlechtes Ergebnis, sondern einen Messwert: Diese Stufe war für heute zu hoch. Der Wert bis zum Abbruch zählt genauso.

3

Schritt 3 von 7 · Entscheiden

Die Frage — und der Weg zu den Werten

Führt das eigene Belastungsempfinden zu den richtigen Pulsbereichen?

Wenn mehrere Personen in derselben selbst eingeschätzten Stufe laufen — liegen ihre Pulswerte dann in einem gemeinsamen Bereich? Und heben sich die drei Stufen voneinander ab? Interessant ist nicht, ob alle denselben Puls haben, sondern ob die Stufen als Bereiche erkennbar werden.

Wie sammeln wir die Werte?

QR-Code: Weg 2 (einzeln) direkt auf dem eigenen Gerät öffnen — sportunterricht.eu/ausdauerlab/module/m02-empfinden/?weg=einzeln

Zum Starten auf dem eigenen Gerät

Schülerinnen und Schüler scannen den Code. Weg 2 öffnet sich direkt, ohne Umweg über die Startseite.

Weg 1 und das Einsammeln enden in derselben Auswertung — der Punktwolke der ganzen Klasse.

✓
1
2
3
4
4

Schritt 4 von 7 · Messen

Vorbelastungspuls erfassen

Dein Ablauf · allein am eigenen Gerät

  1. Vorbelastungspuls
  2. Lauf 1 · leicht
  3. 5 min Pause
  4. Lauf 2 · mittel
  5. 5 min Pause
  6. Lauf 3 · schwer
  7. Erholung messen
  8. Deine Kurve + QR-Code

Jeder Lauf dauert 3 Minuten. Den Puls misst du immer gleich: 15 Sekunden zählen und die gezählte Zahl eintragen — die App rechnet mal 4, wie in Modul 1.

Nicht der Ruhepuls. Gemessen wird im Stehen, nach dem Weg in die Halle und leichter Bewegung. Der Wert liegt regelmäßig höher als der Ruhepuls — das ist richtig so, er ist der Ausgangswert dieses Experiments.

15 Sekunden zählen und die Zahl eintragen.15 Sekunden zählen, mal 4 rechnen. Beim ersten Schlag mit „0" beginnen.

✓
1
2
3
4
5

D&D Stufe 1-2 • < 140 bpm

Lauf 1: LEICHT

LEICHT
Aufgabe:
Laufe jetzt 3 Minuten in einer leichten Belastung.
Laufzeit
3:00

Direkt nach dem Lauf: Puls messen. 15 Sekunden zählen und die Zahl eintragen.15 Sekunden zählen, mal 4. Die Uhr zählt mit und gibt am Ende einen Ton.

Nach dem Lauf sofort messen — jede Sekunde Verzögerung senkt den Wert. Der Reihe nach ansagen lassen und in die Spalte eintragen.

→

Zwischenschritt

Fünf Minuten Pause

Erholen für den nächsten Lauf. Danach geht es weiter mit Lauf 2: MITTEL.

Verbleibende Zeit
5:00

Die Pause ist so lang gewählt, dass der Puls wieder in die Nähe des Ausgangswerts kommt. Erst dann ist der nächste Lauf mit dem vorigen vergleichbar.

5

Schritt 5 von 7 · Messen

Erholung nach dem letzten Lauf

Nach der Belastung erholt sich der Körper. Dreimal messen — nach einer, nach zwei und nach drei Minuten. Wie schnell der Puls fällt, ist ein Hinweis auf den Trainingszustand.

Erholungszeit
0:00

Bei 1, 2 und 3 Minuten jeweils messen. 15 Sekunden zählen und die Zahl eintragen — die App rechnet mal 4. Die Uhr zählt mit und gibt am Ende einen Ton.

× 4 = – Schläge pro Minute

× 4 = – Schläge pro Minute

× 4 = – Schläge pro Minute

6

Schritt 6 von 7 · Auswerten

Gefühl und Puls im Vergleich

Pulswerte nach eingeschätzter Belastung

Jeder Punkt ist ein Messwert. Die Frage an die Grafik: Bilden die drei Stufen Bänder, die sich voneinander abheben — oder liegt alles übereinander?

Datentabelle

Durchschnitt je Belastungsstufe

Für Lehrkräfte: worüber sich das Gespräch lohnt

Streuung ist kein Fehler. Dass zwei Personen bei derselben Stufe verschiedene Pulswerte haben, ist der Normalfall — Ausgangspuls, Alter und Tagesform unterscheiden sich. Die Frage ist nicht, ob die Punkte streuen, sondern ob sich die drei Wolken trennen lassen.

Überlappung ist ein Ergebnis. Wenn leicht und mittel ineinanderlaufen, lohnt die Rückfrage: Waren die Läufe wirklich unterschiedlich schnell? Wurde sofort nach dem Lauf gemessen? Beides sind Messfehler, die man beim nächsten Mal abstellen kann — und genau das ist der Erkenntnisgewinn.

Die Prozentzahl ist kein Notenspiegel. Sie beschreibt nur, wie weit die drei Mittelwerte auseinanderliegen. Eine niedrige Zahl heißt nicht, dass die Klasse etwas falsch gemacht hat.

Vor dem Schließen speichern. Es wird nichts abgelegt — beim Neuladen der Seite sind alle Werte weg. Wer sie behalten will, nimmt den CSV-Knopf oder fotografiert die Grafik.

4

Schritt 4 von 7 · Lehrkraft

Die Klasse läuft einzeln

QR-Code: den eigenen Ablauf (Weg 2, einzeln) direkt öffnen — sportunterricht.eu/ausdauerlab/module/m02-empfinden/?weg=einzeln

Für die Klasse · an die Tafel

Scannen und loslegen

Der Code öffnet den eigenen Ablauf direkt: Vorbelastungspuls, drei Läufe, Erholung. Am Ende zeigt jede Person ihren QR-Code.

Gesamtuhr
0:00

Wo die Klasse ungefähr steht

Richtwert für alle, die gleich nach dem Scannen loslegen — wer später anfängt, ist entsprechend später dran. Ein Durchgang dauert rund 25 Minuten.

ab 0 minVorbelastungspuls messen
ab 2 minLauf 1 · leicht, 3 Minuten
ab 5 minPause, 5 Minuten
ab 10 minLauf 2 · mittel, 3 Minuten
ab 13 minPause, 5 Minuten
ab 18 minLauf 3 · schwer, 3 Minuten
ab 21 minErholung messen: nach 1, 2 und 3 Minuten
ab 24 minEigene Kurve ansehen, QR-Code bereithalten

Wenn alle fertig sind: Gesamtuhr stoppen → QR-Codes der Klasse einsammeln → Auswertung der Klasse an der Tafel → Auswertungsfragen.

5

Schritt 5 von 7 · Lehrertool

Werte einsammeln — eine Zeile je Person

QR-Codes der Klasse einsammeln

Wer Weg 2 (einzeln) gelaufen ist, zeigt am Ende seiner Auswertung einen QR-Code mit seinen Zahlen. Kamera öffnen und die Codes nacheinander scannen — jeder füllt die nächste freie Zeile der Tabelle unten. Er enthält keinen Namen.

Pro Person vier Pulswerte: Vorbelastung und nach leicht, mittel, schwer. Das Alter ist freiwillig — dann aber bei allen. Die Tabelle arbeitet mit Nummern, nicht mit Namen. Zugerufene Werte trägt man von Hand ein; mit der Tabulatortaste springt man von Feld zu Feld.

7

Schritt 7 von 7 · Auswertungsfragen

Taugt das Gefühl zur Steuerung?

Schaut auf die Grafik der Klasse. Was zeigt sie?

Was das Gefühl begrenzt

  • Der Puls reagiert verzögert. Er steigt langsamer, als die Anstrengung zunimmt, und fällt nach dem Lauf sofort wieder.
  • Beides schwankt mit Tagesform, Hitze, Schlaf und Aufregung — Gefühl und Puls.
  • Streuung ist normal. Entscheidend ist, ob die Stufen als Bereiche erkennbar werden, nicht ob alle denselben Puls haben.

Das Gefühl ist ein brauchbares, aber grobes Messgerät. Der Puls ergänzt es dort, wo es genauer sein muss.

Zum Nachlesen: Gefühl und objektive Werte
Wie Belastungsgefühl, Puls und Laktat zusammenhängen — und warum der Puls verzögert reagiert
Karte 2: Belastungsgefühl, Puls und Laktat — und warum der Puls verzögert reagiert. Vollansicht öffnen

Wie geht es weiter?

Im nächsten Modul steuern wir etwas anderes: die Pause. Wie lange sollte sie dauern — und woran merkt man, dass man wieder bereit ist?

Weiter zu Modul 3: Lohnende Pause

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