Ninja · Grundfertigkeiten · Diagnose

Fit wie ein „Ninja Warrior“

Ein komplettes digitales Unterrichtsvorhaben

Motorische Grundfertigkeiten verstehen, erproben und üben. Im Stationsbetrieb erproben die Schüler:innen ihre Leistungsfähigkeit und beurteilen ihre Stärken und Schwächen in drei Niveaustufen.

Entstanden als Kooperationsprojekt eines Fachseminars Sport · erprobt und weiterentwickelt in der schulischen Praxis

Auf einen Blick

Eckdaten des Vorhabens

Das Vorhaben ist als kollaborative Arbeit im Fachseminar Sport des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) Bochum entstanden und über die Jahre erprobt und weiterentwickelt worden.

Lerngruppe

5.–7. Klasse
Sekundarstufe I

Zeitbedarf

9 Doppelstunden
inkl. Diagnose & Lernerfolgskontrolle

Fertigkeiten

5 Grundfertigkeiten
Hangeln · Stützen · Schwingen · Springen · Balancieren

Material

5 Stationskarten
+ 1 Diagnosebogen, 1 Arbeitsblatt

Die Idee

Das Ziel: Fertigkeiten verbessern

Die Fernsehshow „Ninja Warrior“ bzw. „Ninja Warrior Kids“ hat bei den Schüler:innen einen hohen Aufforderungscharakter. Im Wettkampf gegen die Uhr gilt es, einen „Ninja-Parcours“ zu bewältigen – mit hohen Anforderungen an Kraft, Kraftausdauer, Beweglichkeit, Koordination, Schnelligkeit, Mut und Geschicklichkeit.

Die Grundidee liegt in der Annahme, dass die Schüler:innen auch so „fit“ wie die „Ninja-Sportler:innen“ werden möchten. Zu Beginn steht die Frage: „Was brauchen wir? Was können wir tun, damit wir auch solch einen Parcours bewältigen könnten?“

Die Ausgangslage bestimmen. Wir erfassen die individuelle körperliche Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Grundfertigkeiten Hangeln, Stützen, Schwingen, Springen und Balancieren mit einem Diagnoseverfahren: Die Schüler:innen erproben in einem Stationsbetrieb, wie und in welcher Qualität sie bestimmte Übungen durchführen können.

Die Bögen werden ausgewertet und der konkrete Handlungsbedarf festgestellt: „Was kann ich schon gut und kann ich es weiter ausbauen? An welchen Aspekten muss ich noch arbeiten?“ So zeigt sich, dass alle unterschiedlich ausgeprägte Stärken und Schwächen haben – es muss entsprechend individuell trainiert und geübt werden.

Verlauf der Reihe

Die neun Doppelstunden

Schwerpunkte der Doppelstunden von der Eingangsdiagnose über die einzelnen Grundfertigkeiten bis zur abschließenden Lernerfolgskontrolle.

StundeArbeitsschwerpunkte
1Einführung und Diagnose der Lernvoraussetzungen: Erproben der individuellen körperlichen Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Grundfertigkeiten Hangeln, Stützen, Schwingen, Springen und Balancieren.
2Hangeln: Erarbeitung und Erprobung der Basisfähigkeit Hangeln unter Berücksichtigung der Analyse von Griff- und Haltetechnik sowie der spezifischen Voraussetzungen (Relativkraft).
3Stützen: Erarbeitung und Erprobung der Basisfähigkeit Stützen in einem Stationsbetrieb.
4Schwingen: Kriteriengeleitete Erarbeitung und Erprobung technischer und taktischer Aspekte des Schwingens.
5Springen: Erprobung und Erarbeitung der Basisqualifikation Springen mithilfe eines Experiments und einer Stationsarbeit.
6Balancieren: Die athletisch-koordinative Grundfertigkeit Balancieren als wichtig(st)e „Ninjafähigkeit“ erproben und einordnen.
7 + 8Übungsanlässe: Üben des Ninja-Parcours als Vorbereitung auf die Abschlussdiagnose. Bewertungsfreier Raum.
9Lernerfolgskontrolle: Erneuter „Ninja-Parcours“ unter Zuhilfenahme des Ausgangsniveaus mit dem Fokus auf individueller Verbesserung.

Tab. 1 · Schwerpunkte der Doppelstunden

Beispiel: Stunde 2 – Hangeln

„Von Baum zu Baum“ – die Stationen

Wie Tarzan von Baum zu Baum: In der Erarbeitungsphase durchlaufen die Schüler:innen mithilfe von Stationskarten verschiedene Aufgaben zum Hangeln. Fehler werden reflektiert, Technik und Relativkraft thematisiert.

StationMaterialienBewegungsausführung / Beschreibung
Station 1: Nilkrokodile
Überwinde den Fluss
3 Recks in Reihe aufgebaut, 6–8 Matten (vorne und am Ende der Reckreihe), an den mittleren Reckstangen kleine Kästen als „Steine“ im Fluss. Du willst einen Fluss überqueren. Steige auf den Kasten, fasse an die Reckstange und hänge dich daran. Versuche nun, das ganze Reck entlangzuhangeln. Überwinde so den Fluss – wie weit kommst du?
Station 2: Rodeo
Kannst du um ein Pferd herum klettern?
2 Turnpferde, 4 Matten, das Pferd steht darauf. Setze dich auf das Turnpferd. Versuche nun, einmal um das Pferd herum zu klettern. Das geht längs und quer! Schaffst du es?
Station 3: Tarzan
Überwinde den Abgrund
4 Ringe, 8 Matten, 3 kleine Kästen; die Ringe hängen hintereinander, jeweils am Anfang, in der Mitte und am Ende stehen die Kästen. Schaffst du es, die Schlucht mithilfe der Ringe zu überwinden? Hänge dich daran und versuche, den jeweils nächsten zu greifen. Wenn nötig, mache in der Mitte eine Pause!
Station 4: Tarzan und Jane
Überwinde die Schlucht
4–6 Taue, 8 Matten; die Reihe der Taue wird jeweils von einem Kasten eingerahmt. Auch hier geht es darum, einen Abgrund zu überwinden. Diesmal sollst du von Tau zu Tau klettern, um das Ende der „Taureihe“, also das letzte Tau, zu erreichen. Wer von euch kommt wie weit?

Tab. 2 · Hangeln „von Baum zu Baum“: Stationen zu Stunde 2 im Überblick

Fachliche Einordnung

Begriffe & Differenzierung

K1 Hängen, Schwingen, Hangeln

Hängen
Ohne Bewegung an einem Gegenstand festhalten (Griffkraft) – das Körpergewicht hängt an den Händen.
Schwingen
Bewegen der Hände um bzw. am Gerät; durch Schwung den Körper in Bewegung setzen.
Hangeln
Von einer Griffgelegenheit zur nächsten bewegen, in der Regel mit den Händen einzeln nacheinander → Kombination aus Hängen und Schwingen; zeitweise ist das ganze Gewicht auf einer Hand.

D Differenzierung auf den Punkt gebracht

Aspekte der Heterogenität:

  • Körperliche Voraussetzungen (Kraft, Gewicht, Relativkraft, Ausprägungsgrad koordinativer Fähigkeiten, Bewegungstechnik, Motivation, Aufmerksamkeitsspanne)
  • Erfahrung in turnerischen Grundübungen

Methode:

  • Stationsbetrieb mit Diagnosebögen

Praxistipp:

  • Sicherheitscheck beim Aufbau; „gesundes“ Auf- und Abbauen üben (rückenschonend!)

Quelle: Ralf Duwenbeck, „Fit wie ein ‚Ninja Warrior‘ – Motorische Grundfertigkeiten verstehen, erproben und üben“, in: sportpädagogik 6/2023, Friedrich Verlag GmbH, S. 15–19.

Downloads

Material

📎
Dieser Bereich wird noch befüllt. Hier folgen in Kürze die digitalen Materialien zum Unterrichtsvorhaben – Stationskarten, Diagnosebogen und Arbeitsblatt. Die Struktur steht bereits.
Stationskarten

Fit wie ein:e „Ninja-Kämpfer:in“

Karten zu den Stationen Diagnostizieren, Hangeln, Stützen, Schwingen und Springen.

folgt
Diagnose

Diagnose-Laufzettel

Bogen zur Erfassung der individuellen Lernausgangslage und des Handlungsbedarfs.

folgt
Arbeitsblatt

Relativkraft – was ist das?

Schülerinfoblatt zur relativen Kraft als Voraussetzung fürs Hangeln.

⬇ PDF herunterladen

Das komplette Unterrichtsvorhaben

Alle Stunden, Stationen und Materialien sind im Fachportal Sport der QUA-LiS NRW als vollständiges, digitales Unterrichtsvorhaben veröffentlicht. Entstanden als Kooperationsprojekt eines Fachseminars Sport.

Fachportal Sport · QUA-LiS NRW

Vorhaben öffnen ↗