Modul01

Puls verstehen und messen

Belastungs­basics

Warum steigt der Puls bei Belastung, und wie misst man ihn richtig? In sieben Schritten vom subjektiven Empfinden zur eigenen Messkurve.

Sieben Schritte, unterbrechbar. Was du misst, bleibt auf diesem Gerät und ist beim Schließen der Seite weg.

Schritte
7
Dauer
35–60 min
Ort
Halle / Platz
Material
Uhr

Die Spanne hängt an Schritt 4: 3 Minuten Belastung ergeben rund 35 Minuten, 15 Minuten Belastung sprengen die Einzelstunde. Schritt 7 geht auch als Hausaufgabe.

Der Ablauf

7 Schritte
  1. 1

    Die D&D-Skala

    Anstrengung selbst einschätzen lernen

    Lesen
  2. 2

    Puls richtig messen

    Messstelle, Zählweise, typische Fehler

    Lesen
  3. 3

    Dein Vorbelastungspuls

    Ausgangswert vor der Belastung

    Messen
  4. 4

    Dein Belastungspuls

    Direkt nach der Belastung messen

    Messen
  5. 5

    Dein Erholungsverlauf

    Wie schnell fällt der Puls wieder ab?

    Messen
  6. 6

    Der Merksatz zum Puls

    Ergebnis in einem Satz festhalten

    Sichern
  7. 7

    Zuordnen und prüfen

    Körperreaktionen und Trainingsformen den Stufen zuordnen

    Üben

Über dieses Modul

Was dich erwartet

Was ist das Ziel?

Du verstehst die Grundlagen rund um den Puls und kannst sie an dir selbst überprüfen. Konkret lernst du:

  • warum der Puls steigt und wieder fällt
  • wie man den Puls richtig misst
  • den Unterschied zwischen Vorbelastungs-, Belastungs- und Erholungspuls
  • wie schnell sich dein Körper nach einer Belastung erholt

Was kann diese App?

Mit der DDA-Skala ordnest du deine gefühlte Anstrengung ein. Du misst deinen Puls in verschiedenen Situationen, und die App zeichnet deinen Erholungsverlauf als Diagramm auf. Zähler und Signaltöne geben dir die Messzeiten vor.

Wie benutzt du sie?

  • Schritt 1–2: Skala und Messtechnik kennenlernen
  • Schritt 3: Vorbelastungspuls messen
  • Schritt 4: Belastung durchführen und Belastungspuls messen
  • Schritt 5: Erholungsverlauf über mehrere Messungen aufzeichnen
  • Schritt 6: Ergebnis in einem Merksatz festhalten
  • Schritt 7: Zuordnungsübung zur Sicherung — geht auch als Hausaufgabe

Nimm dir bei jeder Messung Zeit. Genauigkeit ist wichtiger als Tempo — und es wird nichts gespeichert: Was du misst, ist beim Schließen der Seite weg.

1

Schritt 1 von 7 · Lesen

Die D&D-Skala

Die D&D-Skala (DDA-Skala) beschreibt in sechs Stufen, wie anstrengend sich eine Belastung anfühlt — von Stufe 1 (kaum Anstrengung) bis Stufe 6 (maximale Anstrengung). Du lernst damit, deine Belastung selbst einzuschätzen, noch bevor du den Puls misst.

Die sechs Stufen der D&D-Skala mit den Merkmalen Atmung und Sprechen, Schwitzen, Puls und Befinden
Die sechs Stufen im Überblick. Vollansicht öffnen

Belastungsverlauf nach Stufen

Mit jeder Stufe steigen Puls, Atmung und subjektives Empfinden.

Sporttheorie: Woher die Skala kommt

Die DDA-Skala ist eine für Schul- und Breitensport angepasste Fassung der RPE-Skala nach Gunnar Borg („Rate of Perceived Exertion"). Borg zeigte, dass die subjektiv empfundene Anstrengung eng mit messbaren Größen zusammenhängt — vor allem mit der Herzfrequenz, der Sauerstoffaufnahme und dem Blutlaktat.

Als Faustformel gilt: RPE-Wert × 10 ≈ Herzfrequenz. Genau deshalb passt Schritt 1 vor die Pulsmessung: Erst schätzt du, dann misst du — und vergleichst.

2

Schritt 2 von 7 · Lesen

Puls richtig messen

Wo finde ich den Puls?

Zwei Finger liegen seitlich am Hals auf der Halsschlagader
1 · Halsschlagader Zeige- und Mittelfinger seitlich an den Hals legen, zwischen Luftröhre und Halsmuskel. Nicht zu fest drücken.
Zwei Finger liegen auf der Innenseite des Handgelenks unterhalb des Daumens
2 · Handgelenk Zwei Finger auf die Innenseite des Handgelenks legen, unterhalb des Daumens. Leichter Druck genügt.

Wie zähle ich richtig?

  • 15 Sekunden zählen und das Ergebnis mal 4 rechnen
  • Beim ersten Schlag mit „0" beginnen
  • Jeden Schlag zählen, den du spürst

Schläge in 15 Sekunden × 4 = Puls pro Minute

Beispiel: 18 Schläge × 4 = 72 Schläge pro Minute

Wann messe ich?

  • Vorbelastungspuls — in Ruhe, vor der Belastung
  • Belastungspuls — sofort danach, innerhalb von 5 bis 10 Sekunden
  • Erholungspuls — danach regelmäßig, etwa alle 30 Sekunden

Häufige Fehler

  • Nicht mit dem Daumen messen — der hat einen eigenen Puls
  • Nicht zu fest drücken, das verfälscht die Messung
  • Beim Belastungspuls nicht warten, der Puls sinkt schnell
  • Während des Zählens ruhig atmen
Für Lehrkräfte: Durchführung im Unterricht

Lernziel: Die Schülerinnen und Schüler können ihren Puls eigenständig messen — die Grundlage für selbstgesteuertes Training.

Methodische Empfehlungen:

  • Zuerst in Ruhe üben lassen (Vorbelastungspuls)
  • Partner-Check: gegenseitig kontrollieren
  • Mehrfach messen, um die Genauigkeit zu prüfen
  • Beim Belastungspuls die ganze Klasse synchron messen lassen (Countdown)

Häufige Schülerfehler: Messung mit dem Daumen, zu starker Druck auf die Halsschlagader, Verzögerung beim Belastungspuls, falsche Multiplikation.

Differenzierung: Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können zusätzlich die Herzfrequenzvariabilität erkunden oder mit Pulsmessgeräten vergleichen.

3

Schritt 3 von 7 · Messen

Dein Vorbelastungspuls

Der Vorbelastungspuls ist die Zahl der Herzschläge pro Minute, wenn du völlig entspannt und nicht belastet bist.

Typische Werte:

  • Untrainiert: 70–100 Schläge pro Minute
  • Normal trainiert: 50–70
  • Sehr gut ausdauertrainiert: 40–60

Je niedriger dein Vorbelastungspuls, desto effizienter arbeitet dein Herz.

Für Lehrkräfte: Messmethode

Direkt vor der Belastung im entspannten Zustand messen. Halsschlagader oder Handgelenk ertasten, 15 Sekunden zählen, mal 4 rechnen. Wiederholtes Messen erhöht die Genauigkeit.

Lernziel: Verstehen, dass das Herz ständig arbeitet und der Puls ein Zeichen dieser Arbeit ist.

Miss jetzt deinen Vorbelastungspuls. Der Zähler gibt dir 15 Sekunden vor.

4

Schritt 4 von 7 · Messen

Dein Belastungspuls

Wie lange möchtest du dich belasten?

Wähle die Dauer — zum Beispiel Laufen, Treppensteigen oder Burpees.

Gewählte Belastungsdauer: Minuten

5

Schritt 5 von 7 · Messen

Dein Erholungsverlauf

Erholungszeit
00:00
Nächste Messung in
30 s

Messwerte

Nr.ZeitPuls
Sporttheorie: Was die Erholungskurve verrät

Der Puls fällt nach einer Belastung nicht gleichmäßig, sondern zu Beginn am schnellsten. Im ersten Drittel der Pause passiert der größte Teil der Erholung — deshalb spricht man von der lohnenden Pause.

Wie schnell dein Puls zurückgeht, ist ein Hinweis auf deinen Trainingszustand: Je besser ausdauertrainiert, desto steiler fällt die Kurve am Anfang.

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Schritt 6 von 7 · Sichern

Der Merksatz

Der Puls steigt, wenn man sich körperlich belastet. Bei Erholung fällt er wieder auf sein vorheriges Niveau zurück.

Die Pulssteigerung passiert, weil das Herz mehr Sauerstoff zu den arbeitenden Muskeln transportieren muss. Je intensiver die Belastung, desto schneller schlägt das Herz, um den erhöhten Sauerstoffbedarf zu decken.

Das hast du in diesem Modul gemacht

  • Die DDA-Skala kennengelernt
  • Gelernt, wie man den Puls misst
  • Den Puls in Ruhe und unter Belastung gemessen
  • Den Erholungsverlauf aufgezeichnet
  • Verstanden, warum der Puls steigt und fällt
7

Schritt 7 von 7 · Üben

Zuordnen und prüfen

Zwei kurze Übungen zur Sicherung. Beide funktionieren auch als Hausaufgabe — du brauchst dafür weder Puls noch Uhr, nur das, was du in Schritt 1 gelernt hast.

Für Lehrkräfte: Wozu diese Übung

Die Zuordnung prüft, ob die Stufen der DDA-Skala als Muster verstanden wurden und nicht nur als Zahlenreihe. Aufgabe 1 geht von der Wahrnehmung aus (Atmung, Schweiß, Puls, Befinden), Aufgabe 2 von der Trainingsabsicht.

Die Stufen 1 und 2 sind bewusst zusammengefasst: Sie unterscheiden sich im Empfinden kaum und werden erfahrungsgemäß auch von geübten Läuferinnen und Läufern nicht sicher getrennt.

Es wird nichts gespeichert und nichts ausgewertet — das Ergebnis sieht nur, wer vor dem Gerät sitzt.

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Es werden keine Daten gespeichert oder übertragen. Beim Schließen der Seite sind die Messwerte weg — vorher das Diagramm speichern.
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