Puls verstehen und messen
Warum steigt der Puls bei Belastung, und wie misst man ihn richtig? In sieben Schritten vom subjektiven Empfinden zur eigenen Messkurve.
Sieben Schritte, unterbrechbar. Was du misst, bleibt auf diesem Gerät und ist beim Schließen der Seite weg.
Die Spanne hängt an Schritt 4: 3 Minuten Belastung ergeben rund 35 Minuten, 15 Minuten Belastung sprengen die Einzelstunde. Schritt 7 geht auch als Hausaufgabe.
Die D&D-Skala
Anstrengung selbst einschätzen lernen
Puls richtig messen
Messstelle, Zählweise, typische Fehler
Dein Vorbelastungspuls
Ausgangswert vor der Belastung
Dein Belastungspuls
Direkt nach der Belastung messen
Dein Erholungsverlauf
Wie schnell fällt der Puls wieder ab?
Der Merksatz zum Puls
Ergebnis in einem Satz festhalten
Zuordnen und prüfen
Körperreaktionen und Trainingsformen den Stufen zuordnen
Du verstehst die Grundlagen rund um den Puls und kannst sie an dir selbst überprüfen. Konkret lernst du:
Mit der DDA-Skala ordnest du deine gefühlte Anstrengung ein. Du misst deinen Puls in verschiedenen Situationen, und die App zeichnet deinen Erholungsverlauf als Diagramm auf. Zähler und Signaltöne geben dir die Messzeiten vor.
Nimm dir bei jeder Messung Zeit. Genauigkeit ist wichtiger als Tempo — und es wird nichts gespeichert: Was du misst, ist beim Schließen der Seite weg.
Schritt 1 von 7 · Lesen
Die D&D-Skala (DDA-Skala) beschreibt in sechs Stufen, wie anstrengend sich eine Belastung anfühlt — von Stufe 1 (kaum Anstrengung) bis Stufe 6 (maximale Anstrengung). Du lernst damit, deine Belastung selbst einzuschätzen, noch bevor du den Puls misst.
Mit jeder Stufe steigen Puls, Atmung und subjektives Empfinden.
Die DDA-Skala ist eine für Schul- und Breitensport angepasste Fassung der RPE-Skala nach Gunnar Borg („Rate of Perceived Exertion"). Borg zeigte, dass die subjektiv empfundene Anstrengung eng mit messbaren Größen zusammenhängt — vor allem mit der Herzfrequenz, der Sauerstoffaufnahme und dem Blutlaktat.
Als Faustformel gilt: RPE-Wert × 10 ≈ Herzfrequenz. Genau deshalb passt Schritt 1 vor die Pulsmessung: Erst schätzt du, dann misst du — und vergleichst.
Schritt 2 von 7 · Lesen
Schläge in 15 Sekunden × 4 = Puls pro Minute
Beispiel: 18 Schläge × 4 = 72 Schläge pro Minute
Lernziel: Die Schülerinnen und Schüler können ihren Puls eigenständig messen — die Grundlage für selbstgesteuertes Training.
Methodische Empfehlungen:
Häufige Schülerfehler: Messung mit dem Daumen, zu starker Druck auf die Halsschlagader, Verzögerung beim Belastungspuls, falsche Multiplikation.
Differenzierung: Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können zusätzlich die Herzfrequenzvariabilität erkunden oder mit Pulsmessgeräten vergleichen.
Schritt 3 von 7 · Messen
Der Vorbelastungspuls ist die Zahl der Herzschläge pro Minute, wenn du völlig entspannt und nicht belastet bist.
Typische Werte:
Je niedriger dein Vorbelastungspuls, desto effizienter arbeitet dein Herz.
Direkt vor der Belastung im entspannten Zustand messen. Halsschlagader oder Handgelenk ertasten, 15 Sekunden zählen, mal 4 rechnen. Wiederholtes Messen erhöht die Genauigkeit.
Lernziel: Verstehen, dass das Herz ständig arbeitet und der Puls ein Zeichen dieser Arbeit ist.
Miss jetzt deinen Vorbelastungspuls. Der Zähler gibt dir 15 Sekunden vor.
Schritt 4 von 7 · Messen
Wähle die Dauer — zum Beispiel Laufen, Treppensteigen oder Burpees.
Gewählte Belastungsdauer: – Minuten
Wähle zuerst eine Belastungsdauer.
Schritt 5 von 7 · Messen
| Nr. | Zeit | Puls |
|---|
Der Puls fällt nach einer Belastung nicht gleichmäßig, sondern zu Beginn am schnellsten. Im ersten Drittel der Pause passiert der größte Teil der Erholung — deshalb spricht man von der lohnenden Pause.
Wie schnell dein Puls zurückgeht, ist ein Hinweis auf deinen Trainingszustand: Je besser ausdauertrainiert, desto steiler fällt die Kurve am Anfang.
Schritt 6 von 7 · Sichern
Der Puls steigt, wenn man sich körperlich belastet. Bei Erholung fällt er wieder auf sein vorheriges Niveau zurück.
Die Pulssteigerung passiert, weil das Herz mehr Sauerstoff zu den arbeitenden Muskeln transportieren muss. Je intensiver die Belastung, desto schneller schlägt das Herz, um den erhöhten Sauerstoffbedarf zu decken.
Schritt 7 von 7 · Üben
Zwei kurze Übungen zur Sicherung. Beide funktionieren auch als Hausaufgabe — du brauchst dafür weder Puls noch Uhr, nur das, was du in Schritt 1 gelernt hast.
Die Zuordnung prüft, ob die Stufen der DDA-Skala als Muster verstanden wurden und nicht nur als Zahlenreihe. Aufgabe 1 geht von der Wahrnehmung aus (Atmung, Schweiß, Puls, Befinden), Aufgabe 2 von der Trainingsabsicht.
Die Stufen 1 und 2 sind bewusst zusammengefasst: Sie unterscheiden sich im Empfinden kaum und werden erfahrungsgemäß auch von geübten Läuferinnen und Läufern nicht sicher getrennt.
Es wird nichts gespeichert und nichts ausgewertet — das Ergebnis sieht nur, wer vor dem Gerät sitzt.
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Es werden keine Daten gespeichert oder übertragen. Beim Schließen der Seite sind
die Messwerte weg — vorher das Diagramm speichern.
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Das Herz ist ein Muskel, der ununterbrochen pumpt und dabei Blut durch den Körper transportiert. Mit dem Blut kommt der Sauerstoff zu den arbeitenden Muskeln. Die Zahl der Herzschläge pro Minute heißt Pulsfrequenz oder Herzfrequenz.
Bei körperlicher Belastung brauchen die Muskeln mehr Sauerstoff. Das Herz muss deshalb mehr Blut befördern — und tut das vor allem, indem es schneller schlägt. Je höher die Belastungsintensität, desto höher die Herzfrequenz.
Nach der Belastung sinkt der Puls wieder. Wie schnell das geschieht, ist ein guter Hinweis auf den Trainingszustand:
Genau das zeichnest du in Schritt 5 auf — deine eigene Erholungskurve.
Durchschnittlicher Ruhepuls:
Die Werte sind Anhaltspunkte, keine Noten. Wie hoch dein Puls liegt, hängt außerdem von Alter, Tagesform, Hitze, Schlaf und Aufregung ab.
Wer regelmäßig Ausdauer trainiert, senkt seinen Ruhepuls und erholt sich schneller. Beides sind Zeichen für eine bessere Ausdauerleistungsfähigkeit — und beides kannst du mit den Mitteln dieses Moduls selbst überprüfen.